25 stunden
(25th hour)
usa 2002
regie: spike lee
darsteller: edward norton, philip seymour hoffman, barry pepper,
rosario dawson, anna paquin, brian cox
musik: terence blanchard
kinostart (deutschland): 15.05.2003
es ist montys letzter tag den wir hier miterleben - montys letzter tag in freiheit.
ein letzter tag in angst vor dem was kommt in den nächsten sieben jahren,
die er hinter gittern verbringen wird. monty war drogendealer, wurde überführt
und verurteilt. im laufe des films wird die geschichte, wie es zu allem kam
anhand von rückblenden und mitreissenden dialogen vorgeführt, doch eine
sache bleibt bis kurz vor schluss ungeklärt, lässt monty zweifeln, wem in
seinem leben er vertrauen kann, wer sein vertrauen missbraucht hat.
monty selbst ist eine sehr sympatische person, der typ von nebenan,
einer den man eigentlich mögen muß.
dementsprechend ist er beliebt, hat viele freunde, sicher einige nur
wegen der drogen, doch abgesehen von seiner freundin naturelle
hat er zwei wahre freunde - sehr unterschiedliche vom charaktere -
die schon zusammen zur schule gegangen sind, und natürlich noch
den von ihm in der anfangsszene geretteten hund.
genau diese zwei freunde (und sein hund) sind es, mit denen er
den letzten tag vorrangig verbringen will. naturelle gegenüber ist
er skeptisch, da er von manchen menschen um ihn herum eingeredet
bekommt - allen voran von seinem komplizen in der drogenszene -, sie
hätte ihn verraten.
so erleben wir montys letzte 24 stunden fast live mit, wie seine freunde
über ihn denken, seine familie, wie monty selbst die welt in seiner aussichts-
losen situation sieht, wie er mit verdammung der metropole new york huldigt.
die 25ste stunde, das alternative leben nach dem tag x erzählt der vater
in einer wunderschönen vision.
hervorragend gespielt von edward norton, sowie auch einzigartig von den
anderen hauptdarstellern, werden wir fast in montys körper steckend
durch die geschichte geführt. es ist als erlebten wir das geschehen persönlich
mit. auch wenn die verurteilung gerecht ist, wie auch immer wieder betont wird
von seinen freunden, sehen wir nicht den verbrecher sondern den menschen
in montgomery brogan, der sympathieträger ist und keiner von den "bösen".
25 stunden eröffnet perspektiven über das was geschieht hinauszusehen,
dinge einmal anders zu betrachten.
neben montys ganz persönlichem schicksal, ist dies auch ein film über new york
nach dem 11. september. über den schrecken, den der anschlag in der stadt
hinterließ, der allgegenwärtig zu sehen und im gespräch ist.
"ich bleib hier auch wohnen, wenn osama den nächsten flieger ins
nachbarhaus steuert" so einer von montys freunden von seiner wohnung aus
auf groud zero schauend. der film macht jedoch den anschlag nicht zur
gelegenheit in blinden patriotismus zu verfallen, sondern
übt auch unverhohlen kritik - nicht nur an der regierung der vereinigten staaten.
"scheiss auf die times, ich lese die post", "ich schätze dann muß einer von
beiden lügen".
spike lees 25 stunden ist sicher einer seiner gelungensten filme.
das liegt nicht nur an der überzeugenden besetzung, sondern auch an
seiner ergreifenden und mitreißenden story.
(tb)