city of god
(cidade de deus)
brasilien/frankreich/usa 2002
regie: fernando meirelles
darsteller: alexandre rodrigues, leandro firmino da hora, matheus nachtergaele,
phillippe haagensen, jonathan haagensen, douglas silva, daniel zettel, seu jorge
musik: antonio pinto, ed cortes
city of god spielt in einer von der brasilianischen regierung errichteten favela
gleichen namens am rande von rio de janeiro. der film basiert auf wahren geschichten
und wird von buscapé erzählt, einem jungen aus dem viertel, der unbedingt fotograf
werden möchte. es ist eine geschichte, die sich über jahrzehnte hinzieht, den werdegang
aller darsteller nachvollzieht und die schicksale jedes einzelnen miteinander verknüpft.
es ist eine geschichte über das viertel, seine menschen, sowie ein stück zeitgeschichte
brasiliens.
das leben in den favelas ist geprägt von armut und kriminalität - bandenkriminatität.
es ist geprägt von freundschaft, liebe, loyalität und verrat.
all dies behandelt der film in dem fast alle protagonisten banden angehören.
man sieht die anfänge der strukturen und wie sie sich über die jahre entwickeln.
vor allem "löckchen" später "locke" genannt tut sich hervor indem er nach und nach die
macht in der kriminalitätsszene der stadt mit gewalt an sich reißt. ihm zur seite steht
bené, der als sein bester freund immer wieder eine mäßigende wirkung auf
"locke" hat, und als coolster gangster der stadt gilt. "locke" und bené sind
quasi unantastbar. nachdem sie bis auf ein viertel den gesamten drogenmarkt
unter ihrer kontrolle haben, herrscht in der stadt ein trügerischer frieden, da
die gang dafür sorgt, das ordnung und sicherheit herrscht, "locke" ist etwas
wie der pate der cidade de deus, wo immer es ein problem gibt, er kümmert
sich drum. die polizei ist mit schmiergeld sowieso dabei.
doch als eines abends bené erschossen wird, ist der frieden vorbei -
es beginnt ein erbitterter krieg...
city of gods ist mehr als nur eine geschichte, mehr als die biographie einer epoche.
genial umgesetzt, inszeniert und gespielt fesselt der film die zuschauer.
perfekt gemachte rückblenden, doppelbilder und kamerafahrten
begeistern den zuschauer immer wieder aufs neue.
die rückblenden, oft mehrere in einer szene immer aus der perspektive
eines anderen protagonisten, erzählen die zusammenhänge mit zuvor gesehenen szenen,
klären auf, machen den kinogänger nicht nur zum wissenden, sondern lassen ihm das
gefühl hautnah dabei zu sein, beobachtender bewohner der stadt gottes.
ebenso die kameraführung und das licht das mit seiner intensität
für atemberaubende momente sorgt. es ist auch wunderbar dieses ensemble
von schauspielern zu sehen, die überzeugender in ihren rollen nicht hätten sein können.
all das macht den film zu dem was er ist: ein geniestreich - einer der besten der letzten jahre!
(tb)