die passion christi

(the passion of the christ)


usa 2003

regie: mel gibson

darsteller: jim caviezel, monica belucci, maia morgenstern, mattia sbragia,

hristo naumov shopov

musik: john debney

 

die passion christi - was dieser name nicht alles verspricht!

man kommt auf die idee eine verfilmung jesus leben könnte es sein,

eine biographie, oder ein näherbringen der dinge, für die jesus gekämpft hat,

für die er aufgestanden ist und hingerichtet wurde.

es ist eine schwere aufgabe, einen film über die für viele menschen wichtigste

persönlichkeit der geschichte der menschheit, über den sohn gottes zu drehen.

 

das, was man bisher von mel gibson gesehen hat, verspricht an sich auch eine gute

verfilmung dieses themas. das problem ist, daß versprechen allzu oft nicht gehalten

werden.

es ist keine geschichte über das leben christi, es ist eine kurze geschichte über seinen

tod. der tod gottes sohnes war ein leidvoller tod, keine frage, er war schrecklich und

unmenschlich, wie die menschen damals hingerichtet wurden, schrecklich und

unmenschlich wie die menschen auch heute noch hingerichtet werden.

doch was bringt uns ein film, der nur das leiden christi in seinen letzten stunden,

seine starke widerstandskraft und den willen gegen den schmerz zu kämpfen zeigt.

ein film über und über voll vonschrecklichen, ekligen und viel zu realen und

allgegenwärtigen folterszenen?

neues über jesus bringt er uns nicht, besseres verständnis seiner persönlichkeit

auch nicht, - von der historischen genauigkeit der protagonisten des filmes einmal

abgesehen - demonstration der grausamkeit der menschheit - ja, die zeigt er eindeutig,

aber die kennen wir nur zu gut.

man leidet in diesen szenen mit, krank, wer dies nicht tut, doch leidet man nicht mit

christi, man leidet mit einem einfachen mann, man leidet, weil einem bewußt wird,

daß all das nicht gestern passiert ist, es passiert heute und auch morgen überall auf

dieser welt und direkt vor unserem augen.

jesus war ein mann, der uns eine botschaft verkündet hat, jesus war der mann, auf

dem sich eine religion begründet hat, die nach seinen lehren leben wollte und heute

eine der größten und mächtigsten glaubensrichtungen der welt ist, das christentum.

es ist ein schrecklicher und grausamer film, der als film über das leben christi durchfällt.

es ist ein film der ekel erregt und viele menschen ob dieser bloßen undunvorstellbaren

gewalt zum weinen bringt. es ist ein film, bei dem man ewig darüber streiten kann, ob

er es wert ist gesehen zu werden.

doch eines, ob es absicht mel gibsons war oder nicht, eines hat dieser film ganz deutlich

und alarmierend gezeigt:

das was uns als so schrecklich und grausam erscheint und so weit in der vergangenheit

liegt, das ist genau das, was hier heute und überall passiert, 2000 jahre nach christi

tod - es ist unsere gegenwart.

das worauf wir unsere religion aufbauen, die botschaft, die uns christi mitgebracht hat,

seine werte, die botschaft liegt nun schon seit jahrtausenden festgehalten auf papier vor,

übersetzt in unzählinge sprachen, gelesen von milliarden menschen, doch offensichtlich

noch immer nicht verstanden. das was uns dieser film über den grausamen tod gottes

sohnes überdeutlich zeigt, ist, das die botschaft christi zwar festgehalten auf papier

gedruckt vorliegt, aber das es eben genau dabei bleibt, es steht eben nur geschrieben...

(tb)

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