rufmord - jenseits der moral
( the contender )
usa / frankreich 2000
regie: rod lurie
darsteller: jeff bridges, gary oldman, joan allen, christian slater, sam elliott, william petersen
musik: larry groupé
ein neuer vize-präsident muss her. nachdem der präsident sich gegen den "helden"
hathaway entschieden hat, schickt er nun senatorin laine hanson ins rennen.
doch die opposition, hat etwas gegen diese frau, wühlt folglich in ihrer vergangenheit
herum um schmutzige wäsche zu finden.
natürlich dauert es nicht lang und die verschwörungmühlen kommen in gang.
es tauchen fotos von der senatorin aus ihrer studienzeit auf: beim gruppensex.
vor einem ausschuss, der über ihre wahl zur vize-präsidentin mit entscheidet
muß sie nun rede und antwort stehen. zu den gruppensex-anschuldigungen möchte sie
keinen kommentar abgeben. sie möchte nicht einmal dagegen angehen.
die frage ist ob sie für den präsidenten überhaupt haltbar ist, da sich auch in eigenen
reihen schon gegner formatieren. doch weder die senatorin möchte aufgeben,
noch möchte der präsident sie aufgeben...
der film - salbe auf die amerikanische seele, eine lobeshymne auf die amerikanische
demokratie, das amerikanische volk. doch trotz dieses feuerwerks des patriotismus,
der uns aus filmen dieser art durchaus bekannt ist sprühen doch ein paar funken
der kritik auf den großen konservativen teil dieses staates, denn auch wenn amerikas
position als "die" weltmacht schlechthin bestätigt wird, wird doch so undenkbares wie
die abschaffung der todesstrafe, das recht auf abtreibung und das verbot von waffen-
verkauf programmatisiert. ob allerdings die frage der gleichberechtigung, der rolle der frau in
unserer gesellschaft hier ausreichend behandelt wird, was wohl thema des films sein sollte?
das scheint etwas unterzugehen, in einem mit stars nicht kleckerndem film, der trotz des
vielen patriotismus mit einigen tabus bricht. diese tabubrüche mögen wohl an der französischen
beteiligung an diesem film gelegen haben, die sonst, von einigen sticheleien in richtung frankreich
abgesehen, ziemlich unbemerkt bleibt.
( tb )