argentinien – schwellenland auf dauer
von
peter waldmann
erschienen bei
murmann
2010
peter waldmann versucht über einen ausführlichen exkurs
durch die geschichte, die wirtschaft, die politik, über das wesen
argentiniens und seiner bevölkerung zu ergründen und zu
erklären, warum es sich bei argentinien um ein ewiges schwellenland
handelt, das einfach nicht vorankommen will.
es ist ein hervorragender überblick über das argentinien von
gestern bis heute – quasi alle bereiche des lebens
werden hier beleuchtet und in einen großen
auch internationalen zusammenhang gestellt.
mit teils etwas stark europäischer sichtweise,
erläutert er die anfänge des argentinischen staates
im 19. jahrhundert. was waldmann quasi als entwicklungshilfe
des britischen empires beschreibt wird von vielen argentiniern
bis oder vor allem heute als versuch gesehen, sich das
land als kolonie zu unterwerfen – allerdings auf wirtschaftliche
und nicht auf territoriale weise. hierzu könnte man scalabrini ortiz
zitieren, der aber leider nicht in die genutzte literatur eingeflossen ist.
aber es ist eben ein von einem europäer geschriebenes buch,
das natürlich als sachbuch nicht alle befindlichkeiten mit einfließen
lassen muss.
argentinien – schwellenland auf dauer ist ein hervorragender
überblick über das land und seine entwicklung. das buch
hat viele erklärungen parat, die bestimmte tendenzen des staates
plausibel macht. das auf dem buchrücken angemerkte schlagwort
„wir müssen aus den fehlern argentiniens lernen“
wird an sich schon bei der lektüre des textes ad absurdum geführt,
da mehrfach darauf eingegangen wird, wie speziell der fall argentinien sei
und wie einzigartig seine entwicklungen verliefen. dies kann nur zu
dem schluss führen, das allein argentinien aus seinen fehlern lernen muss.
(tb)
05.02.2012