dill III

eine kurzgeschichte

von reñez trebor

 

Er wartete. Dann ging er wieder über das

Kopfsteinpflaster. Die Sonne stand hoch am Himmel und

brannte unnachgiebig auf das Kopfsteinpflaster. Da sah

er ihn, den Bayreuther. Er begegnete ihm. Die Sonne

brannte so hell, daß er durch seine

zusammengekniffenen Lider nur die schemenhaften

Konturen von ihm erkennen konnte.

Doch plötzlich. Da. Er besann sich. Da entsprang ein Größerer

vom gegenüberliegenden Balkon und befürwortete den vierten

Stock. Damit konnte er nicht rechnen. Der Stein

enhielt doch eine kleinere Menge Natrium. Wie konnte

der Bayreuther verneinen? Die List mußte

her.Geräusche! Wo kamen sie her? Sie waren plötzlich

da, in seinem Kopf. Schon seit Jahren hörte er keine

diffusen Laute mehr. Natrium, dieses verfluchte

Natrium. Die List mußte her!

Er zurrte an dem Päckchen Dill, als sei es gefroren.

Da sah er. Er sah die List auf der anderen

Straßenseite. Vorsichtig hob er. Der Dill ähnelte dem

vorüberfahrenden Transporter. Der Dill fiel, nicht

hart aber auch nicht weich. Die verdammte Sonne, das

verdammte Natrium und jetzt der Dill!

Die List auf der anderen Seite erschrak beim Knall des

platzenden Reifen des Transporters. Aber nicht der

Reifen versetzte die List in kurze Sorge -nein- es war

der Kühlergrill des Transporters, der nur noch 30 cm

von der List entfernt war.

Er bog. Er bog um die Ecke. Das letzte was er von ihm

sah, war die ungewöhnliche Aufschrift auf der Seite.

Die Veränderung trat ein.

Da dröhnte das Kopfsteinpflaster und er sah den Anfang

der Gasse. Nachtschattengewächse, jetzt auch das noch!

Die kleinen Triebe drückten mit ächtzenden Lauten die

Steine Stück für Stück auseinander. Licht am Ende der

Gasse. Noch nie in seinem Leben sah er solch

ein Licht. Fahl wie sein Gesicht, schwach wie sein Ego

und doch so anders.

ende

© by reñez trebor

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