in gedanken
eine kurzgeschichte
von don fernando de los andes
es war noch nicht viel zeit vergangen. drei tage dürften es gewesen sein.
dennoch schien es ihm in trüber erinnerung. er fand keine definition. die
rahmenhandlung war verschwommen. es ergab einfach keinen sinn für ihn.
seine dunklen haare glänzten in der mittagssonne. ein wohliges gefühl umgab
ihn. doch es blieb in der umgebung. es konnte nicht eindringen. immer wieder
versuchte er sich einen reim darauf zu machen. drei tage - bestimmt nicht mehr!
passanten liefen vorbei. keines blickes würdigten sie ihn. auch er selbst schaute
durch sie hindurch. zu tief war er in seinen gedanken. niemand wunderte sich
über diese szene. sie blieb weitgehend unbeachtet. er wollte seine gedanken
entwirren. den weg finden. doch es war noch immer vernebelt. jetzt wünschte
er sich daran nie gedacht zu haben. er konnte keine verbindung knöpfen, aber
auch nicht aufhören sie zu suchen. es ließ ihn einfach nicht los. er drohte zu
verzweifeln. andere fragen aufzuwerfen half nicht. seine lage war aussichtslos.
zudem hörte er nun noch eine bohrende stimme. sie schien immer lauter und lauter
in sein ohr zu tönen. plötzlich spürte er wie etwas in seinen oberarm hineinstach.
ein schock durchzog seinen körper. mit einem ruck schaute er auf. seine gedanken gingen
verloren. sichtlich genervt stand eine bedienung vor ihm. wiederholte abermals die zu
zahlende summe. wie aus dem tiefschlaf gerissen blickte er sie an. noch einmal
wollte sie ansetzen. harsch erstickte er ihre worte, noch bevor sie den weg
zur aussprache fanden. mit einem mal brachen die dämme, der nebel verzog sich.
die gedanken befreiten sich. es füllte sich wieder mit sinn. drei tage erst war es her.
wie konnte er es vergessen! es schien ihm fast absurd. erleichtert fand ein wohliges
gefühl zugang. nun verließ er seinen platz. er achtete nicht weiter darauf. einige
passanten liefen vorbei.
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