Nacht

Eine Kurzgeschichte

 

von Kerstin Bruns

 

Er lag in der Dunkelheit.

wo war er? er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann und wo er eingeschlafen war.

seine sich nur langsam an die dunkelheit gewöhnenden augen versuchten verzweifelt, die schemenhaft vor ihm auftauchenden umrisse zu deuten.

doch vergebens. es war nass und unbehaglich. kälte kroch in ihm hoch. er konnte sich nicht bewegen.

hilflos versuchte er, sich bemerkbar zu machen. doch aus seinem mund kam nur ein leises stöhnen.

niedergeschmettert starrte er in die - jede hoffnung raubende - finsternis.

noch einmal versuchte er, seinen stimmbändern ein geräusch zu entlocken.

sein feuchtes, kaltes lager trieb ihn fast in den wahnsinn. stöhnend und sich hin und herwälzend lag er da.

verzweiflung kam in ihm auf.

er fragte sich, wann mama endlich aufwachen und ihm seine windeln wechseln würde.

 

© by kerstin bruns

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